Montag, 3. November 2008
Videoviren
So. Meine Asheville-Zeit liegt nun doch schon ein Weilchen zurück, und in diesem Blog hat sich - logischerweise, ich bin ja nicht mehr in Asheville - schon lange nichts mehr getan. Mein (Blog-)Leben geht aber trotzdem weiter, und mittlerweile bin ich von Austauschstudenten zum Lizentiatsarbeit-Schreibenden geworden. Neue Lebensabschnitte erfordern neue Blogs, deswegen blogge ich ab sofort unter www.videoviren.ch.
Montag, 19. Mai 2008
Zurück?
Letzte Woche war ich in der Migros. Leider habe ich nicht mitgezählt, wie lange ich verdutzt dastand und wartete, bis die Kassiererin meine Einkäufe in eine Tüte packt. Aber die Migros ist halt nicht Ingles, CVS oder Wal-Mart, und so sah ich bald ein, dass das einpacken hier wohl meine Aufgabe ist.
Ja, ich bin wieder zurück in der Schweiz. Aber wohl doch noch nicht ganz angekommen. Am letzten Sonntag Morgen landete ich in Zürich. Mittlerweile ist eine Woche vergangen, der Jetlag hat sich gelegt, und der Kulturschock sollte wohl auch bald überwunden sein. Neuneinhalb Monate war ich ennet dem grossen Teich, und es war eine fantastische Zeit. Ich habe viele Freundschaften geschlossen, bin viel gereist, und habe auch an der Uni viel gelernt. Das sollte jetzt aber auch fürs erste mal reichen, Fazit ziehen finde ich eigentlich eher etwas blödes. Ich werde mich bemühen, in der nächsten Zeit hier ein paar Fotoalben zu veröffentlichen. Mit 3000 Fotos bin ich nach Hause gekommen, fast 2000 davon habe ich letzte Woche gelöscht. Hier mal ein erster Versuch, aus den verbleibenden 1000 eine Auswahl zu treffen, heute zum Thema: This is America.
Ja, ich bin wieder zurück in der Schweiz. Aber wohl doch noch nicht ganz angekommen. Am letzten Sonntag Morgen landete ich in Zürich. Mittlerweile ist eine Woche vergangen, der Jetlag hat sich gelegt, und der Kulturschock sollte wohl auch bald überwunden sein. Neuneinhalb Monate war ich ennet dem grossen Teich, und es war eine fantastische Zeit. Ich habe viele Freundschaften geschlossen, bin viel gereist, und habe auch an der Uni viel gelernt. Das sollte jetzt aber auch fürs erste mal reichen, Fazit ziehen finde ich eigentlich eher etwas blödes. Ich werde mich bemühen, in der nächsten Zeit hier ein paar Fotoalben zu veröffentlichen. Mit 3000 Fotos bin ich nach Hause gekommen, fast 2000 davon habe ich letzte Woche gelöscht. Hier mal ein erster Versuch, aus den verbleibenden 1000 eine Auswahl zu treffen, heute zum Thema: This is America.
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| This is America. |
Samstag, 3. Mai 2008
Scharfschützen auf dem Bibliotheksgebäude.
In der Schweiz bin ich ja nicht gerade oft an politischen Veranstaltungen anzutreffen. Um ehrlich zu sein: ich glaube, ich war noch nie an einer politischen Veranstaltung. Hier in Asheville aber war ich im letzten Monat an sagenhaften drei politischen Veranstaltungen. Zuerst Bill Clinton, letzte Woche Hillary und gestern Michelle Obama. Das hat wohl damit zu tun, dass man sich diesem Wahlkampf derzeit kaum entziehen kann (man spricht ja schon vom wohl intensivsten Wahlkampf in der Geschichte der USA). Und es hat wohl auch damit zu tun, dass politische Veranstaltungen hier richtige Shows sind, imposant und unterhaltsam. Dazu kommt, dass sich der Wahlkampf zur Zeit vor allem in North Carolina abspielt, da hier am 6. Mai Vorwahlen stattfinden. Vorwahlen, die eventuell entscheidend sein können. Deshalb die Häufung an grossen Events in den letzten Wochen.
Als letzte Woche Hillary Clinton im Thomas Wolfe Auditorium in Downtown Asheville sprach, war die ganze Innenstadt abgeriegelt und der Andrang war so gross, dass sich etwa 1000 Leute die Rede draussen vor dem Gebäude über Lautsprecher anhören mussten. Hillary sprach über ihre konkreten Ideen, die sie als Präsidentin umsetzen würde und sagte, dass sich ihre Kampagne um Solutions, nicht um Speeches drehe. Kleiner Seitenhieb gegen Barack Obama, der die Leute vorallem durch sein charismatisches Auftreten und durch idealistische, aber wenig konkrete Reden überzeugt.
Auch Michelle Obama ist ein sehr charismatisches Wesen. Sie sprach gestern, an einem wunderschönen, lauen Frühlingsabend auf dem Quad der UNC Asheville. Hinter ihr unsere Bibliothek, und darauf zwei Scharfschützen. Auf sehr humorvolle Weise strich Obamas Ehefrau die Vorzüge von Barack im Vergleich zu Hillary heraus.
Hier ein paar Videos und Bilder:
Das war bei Hillary. "Polit-Ambush-Marketing" wäre vielleicht ein treffender Fachbegriff.
Mittwoch, 16. April 2008
Asheville Sunset.

Ist halt schon ein herziges Städli, dieses Asheville. Das Foto ist leider nicht von mir, ich habs bei Jeff Zimmerman auf Flickr gefunden.
Samstag, 29. März 2008
Billary in Asheville.

Asheville High School gestern Abend: Von der Turnhalle erstreckt sich eine riesige Menschenschlange über das Schulgelände, allein der Fussmarsch zum Ende der Schlange nimmt etwa fünf Minuten in Anspruch. 2500 Leute fasst die Turnhalle; wir hoffen, dass wir einen Platz bekommen. Der riesige Menschenauflauf lässt uns zweifeln, doch die Leute, die uns Zettel und Schreiber in die Hand drücken, machen uns Hoffnung. Indem wir die Zettel ausfüllen, geben wir unsere privaten Daten an die Hillary-Clinton-Kampagne weiter. Und wir können ankreuzen, ob wir uns in der Kampagne engagieren wollen. Antwortmöglichkeiten: Drei verschiedene Varianten von "Yes! I want...". Ich habe nichts angekreuzt.
Hillary ist heute nicht in Asheville. Dafür ihr Mann Bill, früherer Präsident der Vereinigten Staaten und gemäss eigenen Worten baldiger "first First Gentleman". Asheville ist seine letzte Station heute, er hat schon an verschiedenen anderen Orten in North Carolina Stimmung für seine Frau gemacht. Am 6. Mai finden hier Vorwahlen statt, und North Carolina ist ein wichtiger Staat im Rennen zwischen Barack Obama und Hillary Clinton.
"Are we Democrats?!" brüllt ein Anheizer drinnen in der Halle. Er hat das heute wohl schon öfter gemacht, seine Stimme will nicht so richtig mitmachen. Etwas später bricht grenzenloser Jubel aus: Bill Clinton betritt das Podium. Nach einer kleinen Episode über einen Asheville-Urlaub mit seiner Frau 1987 schiesst er sich auf das Hauptthema des Abends ein: Warum die North Carolinians für Hillary stimmen sollen. Er spricht über den Irak, Health Care, alternative Energieformen – und, bewusst das zentrale Wort der Obama-Kampagne verwendend – dass seine Frau der beste "Change Maker" wäre. Den Namen "Obama" erwähnt er aber im keinen Satz. Die etwas älteren Damen in der Reihe hinter mir schreien sich in Trance. "Yes, yes, yes!"
Draussen vor der Tür: Er wird wohl eher republikanisch stimmen im November.
"Yes! Yes! Yes!"
Der Ex-Präsident: Ein Popstar.
Als Bill die Bühne verlässt ist der Jubel noch grösser als am Anfang, "Hillary for President"-Plakate werden über den Köpfen geschwungen, Ballone fliegen durch die Halle. Bill Clinton hat hier seiner Frau wohl wieder ein paar neue Wähler beschert. Doch bald ist auch Barack in der Gegend, er wird in Greensboro sprechen. Im Gegensatz zu Bill braucht man für seinen Event Tickets. Und die waren nach 20 Minuten ausverkauft.
Draussen vor der Tür: Er wird wohl eher republikanisch stimmen im November.
"Yes! Yes! Yes!"
Der Ex-Präsident: Ein Popstar.Montag, 24. März 2008
Soccer Badasses.
Als ich Ende Juli 2007 in der Schweiz meine Sachen packte, hätte ich zuletzt daran gedacht, Fussballschuhe mitzunehmen. Ich ging ja schliesslich in die USA, wo "Football" mit Ganzkörperschutz und einem lederfarbenen Ei gespielt wird. Und wo sich die Leute daneben für Baseball, Basketball und Nascar interessieren, aber ganz bestimmt nicht für Soccer.

Nun, mittlerweile besitze ich hier zwei paar Fussballschuhe (eins für indoor, eins für outdoor) und benutze diese auch viel öfter als in der Schweiz. Die Facebook-Gruppe, über die kommuniziert wird, wann an der UNC Asheville Fussball gespielt wird, hat über 80 Mitglieder. Und drei bis vier mal wöchentlich werden jeweils etwa 20 Paar "Cleats" geschnürt, für die so genannten "Pickup Games". Dann gibt es auch jedes Semester ein Intramural-Turnier, im Herbst in der Halle, im Frühling draussen, jeweils mit separatem Männer- und Gemischt-Turnier. Das Frühlings-Turnier startet diesen Mittwoch. Mit dabei: die Babylon Badasses, das Team der International Students.
Babylon steht für die Sprachen- und Nationenvielfalt in unserem Team. "Badass" bedeutet kurz etwa so viel wie "harter Typ", weitere schöne Definitionen gibts hier. Letztes Semester starteten wir sowohl beim gemischten als auch beim Männer-Turnier ziemlich schlecht, fingen uns dann aber auf und schafftens in beiden Kategorien ins Halbfinal. Dieses mal sind die Erwartungen hoch. Schliesslich haben wir die schönsten Shirts von allen Intramural-Teams, sogar so richtig mit Logo auf der Brust und Nummer und Namen auf dem Rücken (sh. Foto unten). Und auch tolle Fans haben wir: "The Babylon Badasses brought with them a supporting cast of fans who cheered for them throughout the entire game" schrieb die Unizeitung im letzten Semester. Jetzt müssen mir am Mittwoch nur noch zeigen, dass wir auch Fussball spielen können.

Sonntag, 23. März 2008
Es ist möglich.
Lange habe ich gedacht, es sei nicht möglich, dann hat mit mein Reisekumpel Thom diesen Sommer beim Blindtest das Gegenteil bewiesen. Nach acht Monaten in den USA kann ich es sogar selbst: Pepsi von Cola unterscheiden.
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